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Neue Fleischskandale in Deutschland

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Neue Fleischskandale in Deutschland

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Wieder ist in Deutschland so genanntes Gammelfleisch aufgetaucht: Nach einem anonymen Tipp wurde die Polizei bei einem Münchner Döner-Großlieferanten fündig. Dort wurden alleine zwanzig Tonnen verdorbene Döner-Spieße beschlagnahmt, dazu rund dreißig Tonnen verdächtiges Entenfleisch.

Das Ausmaß des neuen Fleischskandals ist noch unklar, aber er zieht offenbar weite Kreise, sagt Peter Reichl von der Münchner Polizei: “Erste Sichtungen der Geschäftsunterlagen geben Rückschlüsse darauf, dass möglicherweise Lieferungen in ganz Deutschland durchgeführt wurden. Aber dazu haben wir eine Sonderkommission gebildet, die nun die umfangreich sichergestellten Geschäftsunterlagen entsprechend sichten wird.”

Auch in europäische Länder soll der Betrieb geliefert haben. Die zuständigen EU-Behörden wurden deshalb ebenfalls informiert. Das Fleisch war zum Teil schon vier Jahre überlagert. Es sollte offenbar neu etikettiert und dann in den Handel gebracht werden.

Parallel ist in Bayern noch ein zweiter Fall von ähnlichen Ausmaßen bekannt geworden. Bei einem Schlachtbetrieb fand man in und um Regensburg rund vierzig Tonnen teilweise verdorbenes Fleisch. Außerdem hat jetzt die Staatsanwaltschaft Essen Anklage gegen einen Gelsenkirchener Fleischhändler erhoben. Er soll vor einigen Jahren ebenfalls mit Gefrierfleisch, dessen Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, gehandelt haben. Das gelte auch für mehr als dreihundert Tonnen Stichfleisch vom Schweinehals, das nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Dazu kommt, dass ihm der Handel mit Lebensmitteln schon seit 1994 verboten war.