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Kurden fordern neue Nationalflagge für Irak

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Kurden fordern neue Nationalflagge für Irak

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Im Irak ist ein Streit über die Nationalflagge entbrannt. Der Präsident des Autonomiegebiets der Kurden, Massud Barzani, will die Flagge aus dem Gebiet verbannen, da sie für die Unterdrückung während des Regimes von Saddam Hussein stehe.
Er ordnete an, die Flagge dort ab sofort nicht mehr vor öffentlichen Gebäuden zu hissen. Dies sei keine Provokation, betonte Barzani, nachdem ihm Staatspräsident Talabani – selbst ein Kurde – eine feindselige Haltung vorgeworfen hatte. Barzani sagte, die Kurden würden zwar ohne Angst aus dem Irak austreten, wenn sie es wollten. Doch als Bestandteil des bundesstaatlichen Irak seien die Kurden entschlossen, alle Beschlüsse der Regierung und des Präsidenten umzusetzen.
Die Furcht auch in den Nachbarländern vor Sezessionsbestrebungen der Kurden hat Barzani damit nicht beigelegt. Das Siedlungsgebiet der Kurden reicht von der Ost-Türkei über den Nord-Irak bis in den Iran hinein.
Im Irak stellen die Kurden 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Dem Regime von Saddam Hussein werden Massaker an den Kurden vorgeworfen; der ex-Präsident und weitere Mitglieder der Regierung müssen sich deswegen vor Gericht verantworten.
1991 sprachen die damals auch gegeneinander kämpfenden Kurdenführer Barsani und Talabani noch mit Saddam Hussein über die Frage der Autonomie. In den neunziger Jahren genossen die Kurden einen weitreichenden Schutz durch die Flugverbotszone, die von den USA und ihren Verbündeten nach der Befreiung Kuweits verhängt worden war.
Nach dem Sturz von Saddam Hussein gelangte der Kurde Dschalal Talabani durch Wahlen in das höchste Staatsamt des Irak. Als Staatspräsident erklärte er es nun für wünschenswert, eine neue Flagge für den Irak zu entwerfen. Die irakischen Parteien hätten darüber bereits vor drei Jahren gesprochen, es sei aber bislang noch keine Entscheidung gefällt worden, sagte Talabani und fügte hinzu, eine neue Flagge sollte von allen Parteien akzeptiert und vom Parlament gebilligt werden.