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Massenausbruch Aufständischer in Ost-Timor

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Massenausbruch Aufständischer in Ost-Timor

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In einem Massenausbruch hat einer des gefürchteststen Aufständischen von Ost-Timor – Major Alfredo Reinado – mit mehr als 50 seiner Gefolgsleute das Gefängnis in der Nähe der Hauptstadt Dili verlassen. Die Wachen waren während der Besuchszeiten möglicherweise mit Grasscheren bedroht worden. Das wurde am Rande politischer Gespräche zwischen Australien, Indonesien und Osttimor bekannt. Die Insel Timor gehört zum östlichen Teil des indonesischen Archipels. Osttimor war 1975 von der Kolonialmacht Portugal in die Unabhängigkeit entlassen worden. Wenige Tage später annektierte Indonesien das Land. In den 24 Jahren der indonesischen Besetzung wurde etwa ein Drittel der 800 000 Einwohner getötet.

Mit Unterstützung der Vereinten Nationen wurde Osttimor 2002 endgültig unabhängig. Seit April erlebt Osttimor die schwersten Unruhen seit seiner Unabhängigkeit. Ausgangspunkt war die Entlassung von etwa 40 % der Armeeangehörigen, die aus Protest gegen Missstände bei den Verteidigungskräften Anfang des Jahres desertierten. Mehr als 2.000 Soldaten wurden aus verschiedenen Ländern nach Osttimor geschickt, um die Situation zu stabilisieren.

Kriminelle Banden plündern und morden in Dili aber weiterhin. Ein Großteil der Bewohner der Hauptstadt hat in Flüchtlingslagern und Kirchen Zuflucht gesucht. Fast alle Einwohner Ost-Timors sind christlichen Glaubens. Unter indonesischer Herrschaft wurden mehr als zwei Drittel der Infrastruktur zerstört. Laut Vereinten Nationen ist das Land heute das ärmste Asiens. Die Erträge eines Öl- und Gasfelds in der Timorsee werden seit Jahresbeginn mit Australien geteilt.