Eilmeldung

Eilmeldung

Libanons Armee rückt im Süden des Landes ein

Sie lesen gerade:

Libanons Armee rückt im Süden des Landes ein

Schriftgrösse Aa Aa

Zum ersten Mal seit 38 Jahren entsendet der libanesische Staat eigene Truppen in den Süden des Landes. Das sei “eine historische Entscheidung”, sagte Libanons Regierungschef Fouad Siniora. Ziel der Regierung in Beirut sei es, dass der Südlibanon “nicht mehr als Stützpunkt für irgendeine bewaffnete Gruppe dient”. Die Armee werde “jede Waffe beschlagnahmen, die sie findet”. Zuvor hatten Hisbollah-Milizen die Gegend kontrolliert und sich bewaffnete Auseinandersetzungen mit Israel geliefert, die schließlich in den jüngsten Waffengang Israels mündeten. Zur Hisbollah äußerte sich Siniora dennoch vorsichtig: “Die Hisbollah gehört zu libanesischen Gemeinschaft und wir müssen mit ihr zusammenarbeiten.”

Die Entsendung von 15.000 libanesischen Soldaten in den Süden des Landes ist Teil der UN-Resolution 1701. Sie beinhaltet außerdem den Rückzug der israelischen Truppen aus dem Libanon, sobald ein UNO-Kontingent von 5 000 Mann an Ort und Stelle ist. Die UN-Truppe UNIFIL soll in dem Zusammenhang von derzeit 2.000 auf möglicherweise 15.000 Soldaten aufgestockt werden. Sie sollen die libanesischen Truppen bei der Entwaffnung der Hisbollah unterstützen.

Deutsche Marinesoldaten wolle Libanon erst anfordern, wenn die Seeblockade aufgehoben ist. Westliche Beobachter sehen darin einen Versuch, über Berlin Druck auf Israel auszuüben, damit die Blockade aufhört. Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, erwartet, dass es bald soweit sein wird. Annan sagte im ägyptischen Alexandria, die Libanesen würden in dieser Angelegenheit in den kommenden 48 Stunden “gute Nachrichten” hören.

De facto ist die Blockade bereits durchlöchert. Eine Maschine der Qatar Airways ist in Beirut gelandet. Die israelische Luftblockade habe Qatar Airways, wie ein Sprecher sagte, ganz bewusst durchbrochen. Sie will jetzt jeden Tag fliegen. Ein israelischer Offizieller erklärte, man werde nichts dagegen unternehmen.