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Wie Premier Blair sozialen Problemfällen vorbeugen will

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Wie Premier Blair sozialen Problemfällen vorbeugen will

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Es geht um die Prävention von sozialen Problemfällen. Lange bevor sich ein Jugendlicher so benimmt, soll die Gefahr erkannt werden, dass da ein möglicher Problemfall heranwachsen könnte. Bis zu 200.000 Minderjährige kommen in Großbritannien Jahr für Jahr mit dem Gesetz in Konflikt. Weil aber niemand als Säufer, Schläger, Randalierer geboren wird, soll nach den Ideen von Premierminister Blair nun die Politik vorbeugen. Seit seinem Amtsantritt hat Blair eine Politik von “Zuckerbrot und Peitsche” betrieben. Dazu wurde 1999 die “Anti Social Behaviour Order” beschlossen, ein Gesetz gegen unsoziales Verhalten. Danach kann ein Richter die Einschränkung der Bewegungsfreiheit einer bestimmten Person anordnen, ohne dass das im polizeilichen Führungszeugnis vermerkt wird. Die Häfte der entsprechenden Anordnungen traf seither Jugendliche. Soweit die Peitsche.

Als Zuckerbrot wurde viel Geld ausgegeben, um die sozialen Wurzeln solchen Verhaltens wie Ausgrenzung oder Schulversagen auszurotten. Die Schulen gekamen mehr Mittel. Trotzdem ließ sich ein Faktor nicht ausrotten, den Soziologen “Kinderarmut “ nennen. Als “arm” gilt in westlichen Gesellschaften, wer weniger als 50 Prozent des jeweiligen nationalen Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat.

Dies ist eine europäische Bilanz der Kinderarmut. In Dänemark ist sie mit 2,4 Prozent am niedrigsten, in Deutschland schon mehr als viermal so hoch – Großbritannien gehört mit 15,4 Prozent zu den Spitzenreitern in Europa. Großbritannien verzeichnet auch besonders viele Teenager-Schwangerschaften. Deshalb sollen künftig die Hebammen nicht nur auf die Gesundheitheit der Schwangeren achten, sondern auch auf deren soziales Umfeld. Kritiker von Blairs Ideen sprechen von einem weiteren Schritt hin zum “totalen Überwachungsstaat.”