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"Banzai!" - Endlich ein Prinz für den Chrysanthementhron

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"Banzai!" - Endlich ein Prinz für den Chrysanthementhron

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Freudenkundgebungen vor dem Kaiserlischen Palast in Tokio. Die Japaner feiern die Geburt des ersten kaiserlichen Prinzen seit 41 Jahren. Damit ist die
männliche Thronfolge auf drei Generationen gesichert. Zeitungen druckten Extraausgaben, Fernsehsender strahlten Sondersendungen aus.

Prinzessin Kiko,die Ehefrau von Prinz Akishino dem jüngeren Bruder des Kronprinzen, brachte den langeersehnten männlichen Stammhalter der ältesten Dynastie der Welt um 8.27 Ortszeit per Kaiserschnitt in einer Tokioter Privatklinik zur Welt.

Nach Angaben des Kaiserlichen Hofamtes wiegt der Junge 2558 Gramm und ist 48,8 Zentimeter lang. Einen Namen bekommt er in einer Woche.

Hocherfreut auch das Kaiserpaar, das bei einem offiziellen Besuch im nordjapanischen Sapporo telefonisch über die Geburt ihres vierten Enkels informiert wurde. Der Tenno ließ durch einen Gesandten am Kopfkissen des jungen Prinzen
ein Zeremonienschwert niederlegen, es soll Dämonen fernhalten.

Trotz der Geburt einen männlichen Erben für den Chrysanthementhron geht die Diskussion über die Einführung der weiblichen Thronfolge in Japan weiter.

“Ich glaube nicht, daß die Geburt die Debatte über die Einführung der weiblichen Thronfolge beendet”, meint Hideto Obara. Die Nachrichtenagentur REUTERS hatte den 35-jährigen Angestellten in Tokio um seine Meinung gebeten.

Und auch Ministerpräsident Koizumi findet, daß man weiter über eine Änderung des Kaiserhausgesetzes von 1947 nachdenken solle. Traditionalisten sind gegen eine Gesetzesänderung. Das wäre für sie ein Bruch mit der angeblich 2665-jährigen Geschichte des Kaiserreiches. Zwar
gab es in früheren Zeiten mehrere Kaiserinnen, doch waren sie nur Übergangsregentinnen.

Der junge Prinz steht nach seinem Onkel Kronprinz
Naruhito und seinem Vater Prinz Akishino an dritter Stelle in der Thronfolge.