Eilmeldung

Eilmeldung

Bertelsmann verkauft Musikverlage an Vivendi Universal - Streit um Napster beigelegt

Sie lesen gerade:

Bertelsmann verkauft Musikverlage an Vivendi Universal - Streit um Napster beigelegt

Schriftgrösse Aa Aa

Die Vivendi-Tochter Universal Music Group wird weltweit zum neuen Branchenprimus. Für 1,6 Milliarden Euro übernimmt das Unternehmen die Musikverlage des deutschen Medienriesen Bertelsmann. Zu den Bietern hatten auch die EMI-Gruppe und Viacom gehört.

Mit dem Erlös will Bertelsmann einen Teil seiner Schulden von derzeit 8,7 Milliarden Euro tilgen. Vivendi Universal sprach von einer einmaligen Gelegenheit, seine Position zu verbessern.

Zusammen mit der Bertelsmann Music Group kommen die Franzosen auf einen Marktanteil von 37 Prozent und lassen damit die übrigen drei Majors Warner, EMI und Sony hinter sich. Die unabhängigen Label kommen gemeinsam auf 25 Prozent.

Dass Vivendi bei Bertelsmann doch noch zum Zuge kam, verdankt der Konzern der europäischen Justiz.
Diese hatte vor wenigen Wochen die von der EU 2004 gegebene Zustimmung zur Hochzeit zwischen Bertelsmann und Sony Music wieder zunichte gemacht. Dies ließ in der Branche zeitweise Unsicherheiten darüber aufkommen, wieviel Konsolidierung zugelassen würde.

Unabhängig vom Verkauf seiner Musikverlage an Vivendi beendete Bertelsmann zugleich seinen Streit mit den Franzosen um die Tauschbörse Napster. Dazu zahlt Bertelsmann knapp 50 Millionen Euro an Universal. Universal hatte gegen die finanzielle Unterstützung der Download-Aktivitäten der einst illegalen Napster-Börse durch die Deutschen geklagt.