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Premierminister Blair treibt Großbritannien in die Krise

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Premierminister Blair treibt Großbritannien in die Krise

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Wann tritt Premierminister Tony Blair zurück: Diese Frage, besser die fehlende Antwort, stürzt Großbritannien jetzt in eine Regierungskrise.

Klar ist nur, dass sich Blair nach drei Wahlsiegen vor der nächsten Wahl zurückziehen will und dass sein Nachfolger Zeit haben soll, sich bis zu dieser Wahl, wahrscheinlich 2009, spätestens aber im Mai 2010, einzuarbeiten.

Um ein genaues Datum mogelt sich Blair aber schon lange herum – jetzt spekulieren die Zeitungen: Ende Mai vielleicht der Rücktritt von der Parteispitze, zwei Monate später als Regierungschef?

Sogar loyale Abgeordnete seiner eigenen Labour-Fraktion fordern jetzt Klarheit. Das Zögern schade der Partei, meinen siebzehn Parlamentarier in einem offenen Brief. Vize-Verteidigungsminister Tom Watson und weitere sechs dieser Abgeordneten sind aus Protest von ihren Regierungsämtern zurückgetreten.

Prominente Labour-Mitglieder wie der frühere Innenminister David Blunkett rufen zur Besonnenheit auf: Blair und sein wahrscheinlicher Nachfolger, Finanzminister Gordon Brown, müssten eine Übergangszeit akzeptieren. Und egal wie der Zeitplan sei, beide sollten zusammenarbeiten – es könne immer nur einen Premierminister geben.

Aber nicht einmal, ob Brown wie lange angenommen quasi automatisch neuer Regierungschef wird, ist noch sicher. Labour-Mitglieder fordern darüber jetzt eine Abstimmung über mehrere Kandidaten – und sie hoffen auf ein klärendes Wort von Tony Blair; vielleicht ja schon zum Labour-Parteitag in gut zwei Wochen in Manchester