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Gammelfleisch-Skandal: Firmeninhaber begeht Selbstmord

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Gammelfleisch-Skandal: Firmeninhaber begeht Selbstmord

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Der Skandal um Gammelfleisch eines bayerischen Grossisten zieht europäische Kreise. 50 der 2 500 Abnehmerfirmen sitzen nach Informationen der EU-Kommission in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, Tschechien und den Niederlanden. Der 74-jährige Fleischhändler, der mehr als 120 Tonnen nahezu verdorbenes Fleisch auftauen, verarbeiten und dann auf Jahre wieder einfrieren ließ, kann keine Informationen mehr liefern – er nahm sich in München das Leben.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte ein Ende föderalen Gezänks bei den Lebensmittelkontrollen:

“Wir brauchen einen allglemein gültigen Standard für ganz Deutschland, auch wenn das in die Kompetenz der Länder fällt. Man kann nicht nur lokal agieren.”

Das Gammelfleisch in den Kühlhäusern in München und Niederbayern war nicht von Kontrolleuren, sondern nur durch Zufall und einen anonymen Hinweis entdeckt worden. Insgesamt wurden bisher 400 Tonnen Fleisch und Gemüse sichergestellt.

Laut Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer, CSU, sollen künftig mobile Einsatzkräfte, die unangemeldet in die Betriebe gehen und rücksichtslose Geschäftemacher damit rechnen müssen, daß ihre Unternehmen dichtgemacht werden.

Das Skandal-Unternehmen kämpfte chronisch mit Finanzproblemen.