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Aids-Prozess in Libyen: Verteidiger fordern Entschädigungen in Millionenhöhe

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Aids-Prozess in Libyen: Verteidiger fordern Entschädigungen in Millionenhöhe

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Im Prozess gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt in Libyen haben die Anwälte der betroffenen Kinder erstmals eine finanzielle Entschädigung verlangt. Sie fordern umgerechnet rund neun Millionen Euro pro Opfer. Die Angeklagten sollen in einer Klinik im libyschen Bengasi absichtlich mehr als 400 Kinder mit dem HIV-Virus infiziert haben. Am Dienstag wurde in der Verhandlung zudem das Video einer Hausdurchsuchung bei einer der Krankenschwestern gezeigt. Der bulgarische Staatspräsident Georgi Parwanow erklärte, er sei zuversichtlich, dass der Prozess bald beendet sein werde. “Ich denke, wir haben erfolgreich einen Dialog mit der libyschen Regierung über den Fall eröffnet”, sagte Parwanow. “Daher hoffe und glaube ich, dass an den nächsten Verhandlungstagen eine faire Entscheidung getroffen wird, damit wir in ein paar Wochen oder spätestens Monaten unsere Krankenschwestern wieder daheim begrüßen können.”

Ein libysches Gericht hatte die Angeklagten bereits vor zwei Jahren zum Tod verurteilt; der Oberste Gerichtshof des Landes ordnete jedoch ein Berufungsverfahren an.Während des Prozesses kam es immer wieder zu Kundgebungen der Angehörigen der Kinder. Westliche Experten nehmen an, dass schlechte hygienische Verhältnisse in der Klinik der Grund für die Infizierungen waren.