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Ölpreis wegen weltpolitischer Entspannung weiter im Rückwärtsgang

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Ölpreis wegen weltpolitischer Entspannung weiter im Rückwärtsgang

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Der Preis für Rohöl ist auf den tiefsten Stand seit Ende März gesunken. In London notierte das Barrel der Nordseesorte Brent bei 63,10 Dollar – Tendenz weiter fallend. Das Texas-Öl WTI kostete 63,80 Dollar. An den Märkten wurde dies vor allem mit dem Rückgang der weltpolitischen Spannungen begründet. Auch befürchten Investoren keine Versorgungsengpässe. Zuletzt hatte es vor einem halben Jahr das aktuelle Preisniveau gegeben. Im Laufe des Sommers erreichte der Preis historische Rekordstände von mehr als 78 Dollar pro Barrel. Zur Entspannung an den Ölmärkten trugen in den vergangenen Tagen die positiven Gespräche über das iranische Atomprogramm bei. EU-Chefdiplomat Javier Solana und Teherans Außenminister Ali Laridschani hatten nach eigenem Bekunden Fortschritte erzielt. Präsident Mahmud Achmadineschad stimmte einem zweimonatigen Moratorium für die Urananreicherung zu. Dies wirkte auf die Märkte beruhigend.

Es hatte die Befürchtung gegeben, der Iran, viertgrößter Ölexporteur der Welt, könnte auf mögliche UN-Sanktionen mit einem Lieferstopp reagieren. Auch die bislang milde Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko trägt zum Preisrückgang bei. Katastrophen wie im vergangenen Jahr hätten Bohrinseln und Förderanlagen beschädigen und die Öllieferungen einschränken können. Hinzu kommt schließlich, dass die Internationale Energie-Agentur die Prognose des weltweiten Rohölverbrauchs nach unten korrigiert hat. Einziger derzeitiger Unsicherheitsfaktor für die Märkte: die Lage in Nigeria. Aus Proetst gegen anhaltende Gewalt traten die Ölarbeiter in einen Streik.