Eilmeldung

Eilmeldung

Urheber für türkischen Anschlag noch unbekannt

Sie lesen gerade:

Urheber für türkischen Anschlag noch unbekannt

Schriftgrösse Aa Aa

Zehn Tote, darunter sieben Kinder – das ist nach neuen offiziellen Angaben die Bilanz des Anschlags im türkischen Diyarbakir. Fünfzehn Menschen wurden außerdem verletzt. Laut Polizei war der Sprengsatz wahrscheinlich früher hochgegangen als geplant. Möglicherweise war er für das Polizei-Hauptquartier gedacht, das gut einen Kilometer entfernt liegt. So passierte die Explosion aber an einer Bushaltestelle am Rande eines Parks, in dem zu der abendlichen Zeit viele Spaziergänger unterwegs waren. Anwohner versuchten am Tag danach, die Schäden zu beseitigen. Andere legten am Park Blumen nieder. Die Polizei durchsuchte in der Nähe mehrere Wohnungen. Verdächtige Taschen wurden gesprengt.

Diyarbakir ist die größte Stadt im kurdisch geprägten Südosten der Türkei. Kurdische Extremisten führten hier in den achtziger und neunziger Jahren einen blutigen Bürgerkrieg, in dem bis 1999 dreißigtausend Menschen umkamen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach von großem Kummer um die Opfer von Diyarbakir, vor allem weil diese Opfer Kinder gewesen seien. Bisher hat sich zu dem Anschlag niemand bekannt. In den letzten Wochen hatte es in der Türkei eine Serie von Anschlägen gegeben, meist auf Urlaubsorte. So starben drei Menschen bei einer Explosion in Antalya.

Zu diesen Attentaten hatte sich eine Kurdengruppe bekannt – die so genannten Freiheitsfalken Kurdistans, eine Splittergruppe der verbotenen Partei PKK. Die PKK selbst verurteilte aber den Anschlag von Diyarbakir.