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Entsetzen nach Moskauer Auftragsmord

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Entsetzen nach Moskauer Auftragsmord

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Gedenken an Andrej Koslow: Mit einer Schweigeminute ehrt Russlands Regierung den ermordeten obersten Bankenaufseher. Koslow war stellvertretender Vorsitzender der Zentralbank. Er sorgte er in den letzten Jahren dafür, dass viele Banken schließen mussten – wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Bei den schwarzen Schafen der Branche war er verhasst wie kein zweiter. Erst letzte Woche hatte er wieder härtere Strafen gefordert, wie ein lebenslanges Berufsverbot. Koslow war gestern abends zum Fußballspielen mit Kollegen gefahren. Als er danach in sein Auto steigen wollte, schossen zwei Männer auf ihn und trafen ihn schwer. Er starb später im Krankenhaus.

Sein Fahrer und Leibwächter war sofort tot. Die Täter entkamen. Die Polizei geht von einem Auftragsmord aus. Beim Russischen Bankenverband hofft man, dass der Mord keine ernsten Auswirkungen auf die Branche haben wird. Verbandschef Andrej Murytschew sagt aber, vom Gefühl her sei das wie ein Schritt zehn Jahre zurück, zu der Art, wie man damals Probleme löste. Es war eine Zeit, in der Auftragsmorde alltäglich waren und in der sich unter chaotischen Umständen ein Bankensystem herausbildete. 1200 meist sehr kleine Banken hat Russland heute – etliche davon standen wohl schon auf Koslows Liste.