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Erste Rabbiner Ordination in Deutschland seit 64 Jahren

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Erste Rabbiner Ordination in Deutschland seit 64 Jahren

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Erstmals seit dem Holocaust sind in Deutschland am Donnerstag wieder Rabbiner in ihr Amt eingeführt worden. Ordiniert wurden drei Absolventen des Abraham-Geiger-Seminars an der Universität Potsdam. Das Kolleg ist das derzeit einzige Rabbinerseminar in Deutschland. Im Jahr 2001 hatte es die ersten Studenten aufgenommen; derzeit sind es rund ein Dutzend.

Der Vizepräsident des Zentralsrates der Juden, Dieter Graumann, verwies darauf, dass dies erst der Anfang sein solle. “Drei Rabbiner, ja”, so Graumann, “aber wir brauchen viel, viel mehr Rabbiner in Deutschland – 30, 40 Mal so viele mindestens. Unsere Gemeinden in Deutschland hungern nach rabbinischer Betreuung und wir brauchen auch Rabbiner aller jüdischer Denominationen, selbstverständlich.”

Bei der festlichen Ordination in der Neuen Synagoge Dresden waren rund 300 Gäste geladen. Dresden wurde auf Wunsch des Zentralsrats der Juden als Veranstaltungsort gewählt, um ein Bild anderer jüdischer Gemeinden neben jenen in Berlin, Frankfurt und München zu zeigen. Zuletzt hatte es in Deutschland im Jahr 1942 eine Rabbiner-Ordination gegeben. Die Nazis hatten damals die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin geschlossen.