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Fragezeichen um Fidel Castro

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Fragezeichen um Fidel Castro

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Er ist gar nicht da, und doch beherrscht er quasi das Gipfeltreffen der blockfreien Staaten in Kuba: Fidel Castro, der Staatschef, der sich aber nach einer Operation von seinem Bruder vertreten lässt. Neue Bilder des kubanischen Fernsehens zeigen ihn offenbar gut erholt; sein Besucher ist wieder einmal der befreundete Präsident Venezuelas, Hugo Chavez. Die große Frage ist jetzt für viele: Kommt Castro heute abend vielleicht zum großen Staatsdiner?

Vertreter von fast 120 Staaten werden auf jeden Fall da sein, unter ihnen viele Staats- und Regierungschefs ebenso wie UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der bei dem Treffen auch eine Rede halten wird. Dass zumindest er Fidel Castro treffen wird, gilt als sicher. Aber auch alle anderen werden auf alle Fälle einen Castro treffen, den Fidel-Stellvertreter Raul. Der fünf Jahre jüngere Bruder des Achtzigjährigen führt seit Ende Juli die Staatsgeschäfte.

Kuba will die Bewegung der blockfreien Staaten wieder stärken, als Gegenkraft zu den USA; es übernimmt jetzt auch für drei Jahre den Vorsitz der Staatengruppe. Im Kalten Krieg sammelten sich hier die Länder, die sich keinem der beiden großen Blöcke anschließen wollten. Nach dem Ende dieser Konfrontation verlor die 1961 gegründete Bewegung aber an Bedeutung. Kritik an dem Gipfeltreffen kommt von kubanischen Regierungsgegnern. Sie verweisen darauf, dass einige der Teilnehmer die schlimmsten Verletzer von Menschenrechten sind – neben Nordkorea oder Syrien zählen sie dazu auch ihr eigenes Land.