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Italienische Autorin Oriana Fallaci gestorben

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Italienische Autorin Oriana Fallaci gestorben

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Die bekannte und auch umstrittene italienische Publizistin Oriana Fallaci ist gestorben. Sie wurde 77 Jahre alt. Fallaci litt seit längerem an einer Krebserkrankung und starb nun in ihrer Heimatstadt Florenz. In den vergangenen Jahren geriet sie durch massive Islam-Kritik in die Schlagzeilen. Der Chefredakteur der italienischen Tageszeitung “Il Tempo”, Gaetano Pedulla, erklärte, sie habe als eine der ersten auf die Gefahr der Fundamentalismen hingewiesen – wie nun gerade der Papst. Dabei habe Fallaci nicht den Konflikt der Kulturen betont, sondern die Notwendigkeit des Dialogs, sagte Pedulla. Dies sahen Kritiker der Autorin jedoch völlig anders, denn Fallaci vertrat die These, dass nicht der radikale Islamismus, sondern der Islam selbst das Problem sei, und dazu wählte sie äußerst scharfen Formulierungen.

Weltweit bekannt wurde sie in den siebziger und achtziger Jahren mit mehreren Büchern, darunter “Ein Mann” – über ihre Liebe zu einem griechischen Widerstandskämpfer, der 1976 vermutlich ermordet wurde. Aufsehen erregten auch ihre Reportagen – etwa aus dem Vietnamkrieg und dem Bürgerkrieg im Libanon. Ihre Interviews mit prominenten Politikern fanden ebenfalls weltweite Beachtung. In den vergangenen Jahren widmete sie sich jedoch fast ausschließlich dem Islam und der ihrer Meinung nach zu schwachen Haltung des Westens. Oriana Fallaci soll in kleinstem Kreise in Florenz beigesetzt werden.