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Zur umstrittenen Papst-Äußerung

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Zur umstrittenen Papst-Äußerung

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Hintergrund ist das Auftreten des ehemaligen Theologie-Professors Josef Ratzinger an der Universität Regensburg, an der er viele Jahre lehrte. In einem wissenschaftlichen Vortrag zitierte der Papst aus einem Gespräch des byzantinischen Kaisers Manuel II. mit einem gebildeten Perser im Jahre 1391: “Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten”. Es handelte sich um einen wissenschaftlichen Vortrag, bei dem es eher um die hochkomplizierte Debatte zwischen Vernunft und Glauben ging, heißt es jetzt aus Vatikankreisen.

Der Leiter des Pressesaales beim Vatikan, Pater Federico Lombardi, sagte dazu: “ Es war sicher nicht die Absicht des Heiligen Vaters, den Djihad und das islamische Denken darüber zu analysieren – und erst recht nicht, die Sensibilität islamischer Gläubiger zu verletzen. Im Gegenteil: In den Ansprachen des Heiligen Vaters taucht deutlich die Warnung an die westliche Kultur auf, die Missachtung Gottes und den Zynismus, der es für ein Freiheitsrecht hält, das Heilige herabzuwürdigen, zu vermeiden.” Der Papst ist aber nicht nur das geistliche Oberhaupt der Katholiken – er ist auch Staatsoberhaupt des Vatikan-Staates.

Und als solches hat er Ende November einen Staatsbesuch in der Türkei vor sich. Der dürfte sich schwierig gestalten, wenn jetzt im Vorfeld Ali Bardaloglu, der Vorsitzende des türkischen Religionsrates, erklärt, er erwarte “keinen Nutzen” von der Begegnung eines Papstes mit der islamischen Welt, der seine – so wörtlich “ Kreúzfahrermentalität” nur mit Mühe verbergen könne. Als Kardinal hatte sich Josef Ratzinger klar gegen eine EU-Aufnahme der Türkei ausgesprochen.