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Frankreichs Ringen um sozialistischen Präsidentschaftskandidaten

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Frankreichs Ringen um sozialistischen Präsidentschaftskandidaten

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Premiere in der französischen Provinz: Die sozialistische Partei bat ihre sieben Spitzenbewerber für das Präsidentenamt zur ersten gemeinsamen Debatte nach Lens. Im Mittelpunkt des Tauziehens um den idealen Kandidaten stand eine Frau, die sich jedoch erst gegen die Patricharchen durchsetzen muss: Ségolène Royal.

2007 werde für Frankreich das Jahr der Konfrontation zweier Visionen, zweier gegensätzlicher Konzepte von Machtausübung: der Solidarität auf der einen Seite, der Brutalität auf der anderen. Direkter Gegenkandidat der in Umfragen klar führenden früheren Familienministerin ist Lionel Jospin. Er meldete sich nach seiner Niederlage 2002 gegen den rechtsextremen Jean-Marie Le Pen entschlossen zurück.

Um die Hoffnung zu wecken, dürfe man sich nicht der öffentlichen Meinung beugen, sondern müsse eine echte Linkspolitik vorschlagen, erklärte Jospin. Nach jüngsten Prognosen sind 56 Prozent der PS-Anhänger für eine Kandidatur von Royal, Jospin liegt mit 16 Prozent an zweiter Stelle. Die grösste Bedrohung kommt dabei jedoch vom Chef der konservativen Regierungspartei: Innenminister Nicolas Sarkozy. Die Gefahr sei umso grösser, so der Sozialist Laurent Fabius, als Herr Sarkozy mit Talent und beträchtlichen finanziellen Mitteln ausgestattet sei. Eine endgültige Entscheidung des PS-Spitzenvertreters wird erst in zwei Monaten vorliegen.