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Streit um Aufspaltung der italienischen Telekom

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Streit um Aufspaltung der italienischen Telekom

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Der Tumult um die Zukunft der italienischen Telecom weitet sich allmählich zur Polit-Affäre aus. Nach dem angekündigten Strategiewechsel der Telecom Italia häufte sich die Kritik nicht nur an den Umbauplänen des Unternehmens, das sich in die Bereiche Festnetz und Mobilfunk aufspalten will, sondern auch am Kurs der Regierung.

Nach dem Rücktritt von Telecom-Unternehmenschef Marco Tronchetti Provera ernannte der Aufsichtsrat bei einer Sondersitzung am Freitagabend den früheren Chef der Börsenaufsicht Guido Rossi zum Nachfolger. Er machte deutlich, dass er die bisherige Planung einer Abspaltung der Mobilfunksparte TIM von Telecom weiter verfolgen wolle.

Ministerpräsident Romano Prodi wollte sich zu dem Strategie- und Führungswechsel von Telecom Italia zunächst nicht äussern. Er bestritt jedoch, dass ein Regierungskonflikt Grund für den Rücktritt des Telecom-Chefs sei. Davon wisse er nichts, das sei einfach nicht wahr, so Prodi wörtlich.

Die Forderung der Opposition nach einer Parlamentsdebatte lehnte der Ministerpräsident ab. Laut seinem Vorgänger und einstigen Rivalen Silvio Berlusconi hat die Telecom-Affäre dagegen längst politische Ausmasse angenommen. Berlusconi forderte eine klare Entscheidung durch das Parlament, der sich Prodi beugen müsse. Wie Prodi befürchten auch Experten, die Aufspaltung könne sich als erster Schritt zum Verkauf der Mobilfunktochter erweisen, möglicherweise ins Ausland.