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Politischer Streit um Telecom Italia wird schärfer - jetzt Prodi unter Druck


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Politischer Streit um Telecom Italia wird schärfer - jetzt Prodi unter Druck

Der politische Streit um die Umstrukturierung der schwer angeschlagenen Telecom Italia hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Drei Tage nach dem Rücktritt des Konzernchefs nahm ein wichtiger Berater von Ministerpräsident Romano Prodi seinen Hut.

Prodi, der sich derzeit in China aufhält, hatte heftige Kritik an der geplanten Aufspaltung von Telecom Italia geübt. Sein Wirtschaftsberater Angelo Provati hatte daraufhin die Verstaatlichung eines Teils des Ex-Monopolisten vorgeschlagen und dies als Meinung der Regierung ausgegeben. Er wolle der Regierung aber keine Probleme bereiten, begründete Provati seinen Rücktritt. Vielmehr wolle er dadurch eine offene Debatte über die Zukunft Telecom Italias ermöglichen.

Provatis detaillierter Vorschlag zur Verstaatlichung des Festnetzes hatte im Unternehmen und an der Börse Irritationen ausgelöst. Denn Prodi hatte nach Bekanntwerden der Umstruktrurierungspläne von Konzernchef Marco Tronchetti Provera erklärt, von diesem nicht informiert worden zu sein. Unter dem Eindruck dieser Kritik trat Tronchetti Provera inzwischen zurück.

Telecom Italia macht einen Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro. Sein Marktanteil beim Festnetz liegt bei 72 Prozent, beim Mobilfunk bei 40 Prozent. Sein Breitbandnetz hat 7,9 Millionen Kunden. Wegen des gewaltigen Schuldenbergs von 42 Milliarden Euro ist eine Reform des Konzerns dringend notwendig.

Tronchetti Provera wollte Telecom Italia als Medienunternehmen neu positionieren, daher auch der Kauf von AOL Deutschland. Im Gespräch war auch ein Verkauf der Mobilfunksparte. Neuer Vorstandschef ist nun der 75jährige Guido Rossi. Unter seiner Führung war Telecom Italia einst privatisiert worden.

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