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Proteste gegen Papst gehen weiter

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Proteste gegen Papst gehen weiter

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Trotz einer diplomatischen Offensive des Vatikans gehen die Proteste in der islamischen Welt gegen die umstrittenen Papst-Äußerungen weiter. In der südirakischen Stadt Basra verbrannten Demonstranten eine Papst-Attrappe und die deutsche Fahne.

Muslime in aller Welt hatten eine Entschuldigung des Papstes gefordert. Oftmals war jedoch der vollständige Text der Rede des Kirchenoberhauptes nicht bekannt. Auch das Terrornetzwerk al-Qaida hat dem Vatikan und dem Westen mit Gewalt gedroht. Dagegen rief der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung muslimischer Gelehrter, Scheich Qaradawi, dazu auf, mit Vernunft statt Gewalt zu reagieren.

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Chamenei, sagte in Teheran, er sei besorgt über die Wirkung der Papstworte. Dadurch würden Muslime und Christen sich noch skeptischer gegenüberstehen – und der Ruf der muslimischen Minderheiten im Westen würde ruiniert.

Die EU-Kommission in Brüssel warnte davor, die Zitate des Papstes aus dem Zusammenhang zu reißen. Sprecher Johannes Laitenberger sagte: “Unangemessene Reaktionen und solche, die die Meinungsfreiheit ablehnen, sind inakzeptabel.” Der Vatikan hat nun seine Botschafter in den muslimischen Ländern angewiesen, den Inhalt der Rede vor Ort genau zu klären.