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Kritik aus Brüssel und Tokio an russischem Druck auf Shell

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Kritik aus Brüssel und Tokio an russischem Druck auf Shell

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Russland hat den Druck auf den anglo-niederländischen Ölriesen Shell und dessen japanische Partner erhöht und damit internationale Proteste hervorgerufen. Der staatliche Gasprom-Konzern setzte Gespräche über einen Austausch von Beteiligungen aus.

In Brüssel übte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs scharfe Kritik an Moskaus Entscheidung vom Vortag, Shells Öl- und Gasprojekt Sachalin-2 vor der Pazifikküste die Fördergenehmigung zu entziehen. Sein Sprecher bezeichnete diesen Vorgang als ernst. Unternehmen, die zu Milliardeninvestitionen in den Energiesektor bereit seien, müssten sich auf ein sicheres Anlageklima in Russland verlassen können. Ansonsten seien Investitionen höchst problematisch. Außerdem könnten Unsicherheiten bei der künftigen Energieversorgung entstehen.

Eine ähnliche Warnung richtete die japanische Regierung an Moskau. Shell betreibt das Sachalin-2-Projekt mit den japanischen Industriekonzernen Mitsui und Mitsubishi. Wegen seiner milliardenschweren Öl- und Gasreserven gilt das Feld im Pazifik als eines der derzeit wichtigsten weltweit.

Die russische Seite hatte beim Entzug der Fördergenehmigung umweltrechtliche Bedenken geltend gemacht. Die EU-Kommission verlangte von Moskau, diese Bedenken eindeutig zu erläutern und Shell eine angemessene Frist zur Abhilfe einzuräumen.

Westliche Experten sehen im Vorgehen der russischen Regierung einen Versuch, die Beteiligung heimischer Unternehmen an dem lukrativen Sachalin-2-Projekt mit Gewalt durchzusetzen. Shell solle solange unter Druck gesetzt werden, bis am Ende Gasprom in Sachalin mit am Tisch sitze.