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Schwerste Ausschreitungen seit Jahrzehnten in Ungarn

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Schwerste Ausschreitungen seit Jahrzehnten in Ungarn

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Nach den schweren Ausschreitungen in Budapest in der vergangenen Nacht hat Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany ein härteres Vorgehen der Sicherheitskräfte angekündigt. Es waren die schwersten Gewaltszenen in dem Land seit Jahrzehnten. Die Demonstrationen gegen die Regierung hatten am Sonntag begonnen. Auslöser war der Tondbandmitschnitt einer partei-internen Rede des sozialistischen Regierungschefs. Darin erklärt Gyurcsany, seine Partei habe in großem Ausmaß gelogen, um die Wahlen im vergangenen April zu gewinnen.

In der vergangenen Nacht löste sich eine Gruppe aus der zunächst friedlichen Demonstration und zog zum Gebäude des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Polizei gelang es zunächst, einen Angriff abzuwehren, doch dann drangen die Randalierer in das Gebäude ein. Der Sendebetrieb musste zeitweise eingestellt werden. Vor den Ausschreitungen hatten wiederum etwa zehntausend Menschen vor dem Parlamentsgebäude gegen Gyurcsany demonstriert. Dieser lehnte einen Rücktritt am Morgen erneut ab. Auch seine Koalitionspartner erklärten, dazu bestehe kein Anlass. Der Sprecher der rechts-konservativen Oppositionspartei FIDESZ bekundete indirekt Verständnis für die Ausschreitungen: Die Menschen seien von äußerster Verzweiflung überwältigt, sagte er.