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Militärjunta in Thailand verspricht Zivilregierung binnen zwei Wochen

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Militärjunta in Thailand verspricht Zivilregierung binnen zwei Wochen

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Am Tag nach dem unblutigen Militärputsch in Thailand hat die Hauptstadt Bangkok ein weitgehend normales Bild geboten. Allein die starke Präsenz von Panzer und Soldaten war ungewöhnlich. Sie wurden von vielen Menschen mit Blumen begrüßt.
Unterdessen stellte sich König Bhumibol hinter die Putschisten. Im Fernsehen wurde eine Erklärung verlesen, in der es heißt, im Interesse des Friedens im Lande ernenne der König den Befehlshaber der Armee zum Vorsitzenden des neu gegründeten Rates für Verwaltungsreform. Alle Menschen sollten nun dessen Anweisungen folge leisten.

Der Armeechef zeigte sich bei einer Pressekonferenz mit seinen Kollegen von Marine und Luftwaffe sowie der Polizei. Er beabsichtige nicht, die Macht zu ergreifen und ein Ersatzherrscher zu sein, sagte Armeechef Sonthi Boonyaratklin. Das Militär sei zum Handeln gezwungen worden, um die Korruption zu beenden. Zugleich versprach er die Einsetzung einer Zivilregierung binnen zwei Wochen sowie Parlamentswahlen bis Oktober 2007. Es war bereits der zwanzigste Militärputsch in Thailand seit 1932.

Der entmachtete Regierungschef Thaksin Shinawatra, ein schwerreicher Unternehmer, war vor allem bei der armen Landbevölkerung im Süden Thailands populär. In der Hauptstadt dagegen hatte es Anfang des Jahres tagelang Massenproteste gegen die Regierung gegeben. Zum Zeitpunkt des Putsches befand sich er sich in New York, um an der UN-Vollversammlung teilzunehmen. Von dort reiste er nach London ab.