Eilmeldung

Eilmeldung

60-Jähriger fordert neue Sterbehilfedebatte in Italien

Sie lesen gerade:

60-Jähriger fordert neue Sterbehilfedebatte in Italien

Schriftgrösse Aa Aa

Ein 60-Jähriger Italiener, der unter unheilbarem Muskelschwund leidet, hat an Präsident Giorgio Napolitano appelliert, die Debatte über aktive Sterbehilfe im Land wieder zu eröffnen. Ein entsprechendes Video wurde jetzt im italienischen Fernsehen gezeigt. Darin sagt Piergiorgio Welby, wenn er Schweizer, Belgier oder Niederländer wäre, dann könne er seinem Leiden entgehen. Da er aber Italiener sei, könne er nicht mit Mitleid rechnen. Welby ist Vize-Präsident einer Organisation, die sich im katholischen Italien für aktive Sterbehilfe einsetzt. Deren Sprecher betonte, Euthanasie gesetzlich zu regeln heiße, die illegale Sterbehilfe zu bekämpfen; dem Einzelnen das Recht und die Freiheit wiederzugeben, über seinen Körper und sein Leben selbst zu entscheiden. Die katholische Kirche lehnt Sterbehilfe ab. Nach ihrer Auffassung muss die Rechtssprechung die Schwächsten schützen. Präsident Napolitano kündigte nun an, wieder öffentlich über das Thema diskutieren zu wollen. In Italien spricht sich eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen aktive Sterbehilfe aus.