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Labour-Parteitag zwischen Politik und Personaldebatte

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Labour-Parteitag zwischen Politik und Personaldebatte

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Mehr Politik, weniger Machtkämpfe: das fordert der britische Premierminister Tony Blair von seiner Labour-Partei. Am Rande des Parteitags in Manchester sagte Blair, die Frage seiner Nachfolge als Partei- und Regierungschef werde “sich in absehbarer Zeit wie von selbst beantworten”. Für diese Ämter empfehlen will sich heute Gordon Brown, der Finanzminister: Er hält auf dem Parteitag eine politische Grundsatzrede. Nach Jahren als halboffizieller “Kronprinz” gilt er aber in der Partei neuerdings nicht mehr automatisch als Nachfolger für Blair. Manche fordern inzwischen eine Abstimmung über mehrere Bewerber.

Für Blair ist es der letzte Parteitag als Premierminister – zumindest dazu hat er sich neulich auf hohen öffentlichen Druck hin bekannt. Mehr verrät er immer noch nicht; damit ist er für die von ihm kritisierte Personaldebatte im wesentlichen selbst verantwortlich. Aber seine Partei wirft dem dreifachen Wahlsieger auch andere Dinge vor, wie die jüngsten Umfrageverluste gegenüber den konservativen Tories. Blairs Kritiker machen dafür vor allem seine Unterstützung der USA im Irakkrieg und gerade erst im Libanon verantwortlich. Zehntausende Kriegsgegner hatten noch vor Beginn des Parteitags in Manchester demonstriert.

Zwar sind bis zur nächsten Parlamentswahl noch rund drei Jahre Zeit; spätestens im Frühjahr 2010 muss wieder gewählt werden. Schon im Mai stehen aber Kommunalwahlen an, die Labour eine empfindliche Schlappe bescheren könnten. Blair wird den Delegierten schon morgen erklären können, wie er das verhindern will: Dann erwartet der Parteitag seine Rede und seine Antworten auf viele Fragen.