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Bulgarien und Rumänien: Skepsis und Hoffnung vor Beitritt zur EU

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Bulgarien und Rumänien: Skepsis und Hoffnung vor Beitritt zur EU

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Sowohl Bulgarien als auch Rumänien haben hohe Erwartungen an die EU. Der Beitritt sei ein historisches Ereignis und markiere den endgültigen Fall der Berliner Mauer, sagte der bulgarische Regierungschef Sergej Stanischew wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Berichts der EU-Kommission. Die Bevölkerung Bulgariens bleibt vielfach noch abwartend – auch wenn so mancher auf Arbeit im Ausland hofft. “Ich möchte zum Arbeiten in ein anderes Land gehen”, meint ein Passant, “beispielsweise nach Irland oder nach Skandinavien.” Eine Frau hingegen glaubt, dass ihr Land die EU-Standards niemals von allein erreichen wird – daher müsste das Ausland ein wenig Druck ausüben.

Gemischte Gefühle auch in Rumänien: Regierungschef Calin Tariceanu zeigte sich zuversichtlich, dass der Beitritt seines Landes termingerecht zum 1. Januar 2007 erfolgen könne. In der Bevölkerung allerdings herrscht auch Skepsis. Es werde nicht einfach sein, sich den Regeln der EU anzupassen, heißt es, und vielfach befürchten die Menschen auch steigende Preise.

“Der Beitritt wäre gut für unser Land”, sagt ein Rumäne, “das wurde lang diskutiert und die Umsetzung kann nicht schlecht sein. Ich hoffe nur, dass es nicht zu schwierig für die Mehrheit der Menschen wird, denn die Preise für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs werden steigen. Andererseits ist es eine große Chance für Rumänien – die Integration wäre eine Wiedergutmachung für die historischen Fehler, die vor 50 Jahren gemacht wurden. Wir werden sehen, was geschieht, aber grundsätzlich ist es wohl gut für Rumänien.” Und ein älterer Mann freut sich auf das Gefühl, endlich wirklich zu Europa zu gehören: “Wir haben uns immer als einen Außenstehenden Teil Europas gesehen. Jetzt kommen wir in eine neue Familie.” Eine Familie allerdings, an die sich beide Länder erst noch gewöhnen müssen…