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Urteil im Misshandlungsprozess bei der Armee

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Urteil im Misshandlungsprozess bei der Armee

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Wegen schwerer Misshandlungen hat ein russisches Militärgericht einen Unteroffizier zu vier Jahren Haft verurteilt. Alexander Siviakov wurde für schuldig befunden, einen jüngeren Rekruten gequält zu haben, sodass diesem später Beine und Genitalien amputiert werden mussten. Offenbar wurde der damals 19jährige gezwungen, stundenlang zu hocken, wodurch sein Blutkreislauf unterbrochen wurde. Ob er auch geschlagen wurde, ist unklar.

Angesichts der irreversiblen gesundheitlichen Folgen sprechen sowohl die Familie als auch der Anwalt von einem viel zu milden Urteil. Die Staatswaltschaft hatte mindestens sechs Jahre Haft gefordert.

Der Fall, der sich im Ural abgespielt hatte, löste im vergangen Jahr einen Skandal aus. Verteidigungsminister Serguei Ivanov spielte die Misshandlungen in der russischen Armee herunter. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden jedoch allein 2005 mehr als 500 Offiziere wegen Züchtigungen verurteilt.