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Bosnien-Herzegowina: Träumen von der Spaltung

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Bosnien-Herzegowina: Träumen von der Spaltung

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Bosnien-Herzegowina ist auch nach der Wahl geteilt. Zehn Jahre nach dem Krieg liegt über dem Land immer noch der ethnische Filter, der die Bevölkerung in Moslems, Serben und Kroaten spaltet. Sie sind sich uneinig, wie es weiter gehen soll, vor allem ab 2007, wenn das internationale Protektorat endet. Das Territorium besteht aus zwei Teilrepubliken, aus der Republika Srpska und der kroatisch-muslimischen Föderation weiter südlich: Dort leben 70 Prozent der Bevölkerung.
Die Verfassung, deren Hauptziel es war, Frieden herzustellen, erlaubt nicht, dass sich ein Gebiet abspaltet. Aber alle träumen sie davon.

Ministerpräsident Milorad Dodik sagt: “Momentan sieht es so aus, dass die Hälfte der Bürger nicht wollen, dass es die Republika Srpska gibt, und die andere Hälfte will nicht, dass es Bosnien-Herzegowina gibt.”

Der Wiederaufbau geht langsam bis gar nicht voran. Obwohl Bosnien pro Kopf der Bevölkerung mehr ausländische Hilfen erhalten hat als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Marschallplan, steht das Land vor dem Bankrott. Haris Silajdzic, der Chef der moslemischen Partei SBiH, gibt dem Krieg die Schuld: “Die ethnische Teilung in Bosnien-Herzegowina ist das Ergebnis von Aggression und Völkermord. Alle Probleme in Bosnien kommen von außen.”

Für die Kroaten bleibt der Traum immer derselbe: zurück zur Heimat. Ivo Miro Jovic von der Demokratischen Kroatischen Partei ruft seine Landsleute auf: “Kämpft für Bosnien-Herzegowina, kämpft für Kroatien.” 2007 geht das internationale Protektorat zu Ende. Auch der Gesandte der EU wird sich dann zurückziehen. Die 6300 EU-Soldaten sollen allerdings bleiben. Auch an einen EU-Beitritt ist momentan nicht zu denken. Erst müsste Stabilität einkehren.