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Georgien liefert Offiziere aus - Russland kappt Verbindungen

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Georgien liefert Offiziere aus - Russland kappt Verbindungen

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Georgien hat die vier in der vergangenen Woche verhafteten russischen Offiziere ausgeliefert.Die Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes wurden in Tiflis Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa übergeben. Dabei verlas eine georgische Beamtin Erklärungen, in denen die Vier der Spionage beschuldigt werden. Außerdem hätten sie an Terroranschlägen teilgenommen und dürften nicht mehr nach Georgien einreisen. Um die Offiziere in Empfang zu nehmen, reiste eigens der OSZE-Vorsitzende, Belgiens Außenminister Karel De Gucht, nach Tiflis. Die Verhaftung der Offiziere hatte zu einer Verschärfung im ohnehin schon angespannten Verhältnis zwischen Russland und Georgien geführt. Moskau kappte alle Verkehrsverbindungen zu seinem südlichen Nachbarn. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili betonte, die Vorwürfe gegen die Festgenommenen seien solide. Es handle sich eindeutig um Fälle von Spionage und Subversion mit dem Ziel, sein Land zu destabilisieren. Nach der Verhaftung der vier Geheimdienstoffiziere am vergangenen Mittwoch hatte Russland fast alle Diplomaten aus Georgien abberufen und den Abzug von 3000 Soldaten gestoppt. Georgien strebt einen Beitritt zur Nato an. Der Präsident des russischen Parlaments, Boris Grislow, bezeichnte die Vorgehensweise der georgischen Regierung als einen Schritt in Richtung “Staatsterrorismus”, der sich gegen Russland richte. Vor der georgischen Botschaft in Moskau demonstrierten Mitglieder der Jugendorganisation der regierenden Partei “Einiges Russland” gegen die Verhaftung und Auslieferung der vier Geheimdienstoffiziere. Nach ihrer Auffassung handelt es sich um eine Provokation.