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Große Koalition in Österreich möglich

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Große Koalition in Österreich möglich

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Nach dem überraschenden Sieg der Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl in Österreich zeichnet sich möglicherweise die Bildung einer großen Koalition ab. Noch am Wahlabend erhob SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer Führungsanspruch für seine Partei, betonte aber, dass die unterlegene ÖVP von Kanzler Wolfgang Schüssel erster Ansprechpartner bei Koalitionsverhandlungen sei. Schüssel gestand die Niederlage seiner Partei ein und deutete an, es sei wohl mit langen Verhandlungen zu rechnen. Eine Umkehr der von seiner Partei in den vergangenen Jahren geschaffenen Politik wies Schüssel zurück. Seine ÖVP liegt mit knapp 34 Prozent der Wählerstimmen um 1,5 Prozentpunkte hinter der SPÖ, die auf 35,7 Prozent kam. Die Grünen erreichten mit 10,5 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Sie werden im kommenden Parlament 20 Abgeordnete stellen. Die Wahlbeteiligung lag in Österreich bei 84,5 Prozent.

Die rechtsgerichtete Freiheitliche Partei um Heinz-Christian Strache geht als Gewinnerin aus der Wahl hervor. Sie konnte um drei Mandate auf zukünftig 21 Sitze im Nationalrat zulegen. Das vom ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden Jörg Haider neu gegründete Bündnis Zukunft Österreich schaffte mit 4,2 Prozent überraschend den Widereinzug ins Parlament. Die Bürgerliste des EU-Rebellen Hans-Peter Martin scheiterte an der Vier-Prozent-Hürde.