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Cameron als Hoffnungsträger auf Parteitag der britischen Konservativen

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Cameron als Hoffnungsträger auf Parteitag der britischen Konservativen

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Der Parteichef der britischen Konservativen, David Cameron, hat sich erneut als Hoffnungsträger der Tories empfohlen. In seiner Abschlussrede auf dem Parteitag der Konservativen in Bournemouth bekräftigte Cameron seinen Kurs der Mitte. Er kritisierte Premierminister Tony Blair scharf, warf ihm einen “arroganten” Führungsstil vor, betonte aber, dass die Tories nicht alles anders machen würden: Nicht alles, was unter der Labour-Regierung getan worden sei, sei schlecht gewesen, erklärte Cameron. Die Menschen erwarteten von den Konservativen nicht, die Uhr zurückzustellen, sondern schlechtes zu verbissen und gutes zu bewahren. Wenn die Labour-Regierung richtig handle, wie bei den Bildungsreformen, dann würden die Konservativen sie unterstützen, betonte Cameron. Nicht die Partei, sondern das Land stehe an erster Stelle, das habe die Konservative Partei immer verstanden.

Cameron hat in den sechs Monaten seiner Amtszeit schon einen großen Erfolg verbuchen können: Zum ersten Mal in den vergangenen neun Jahren auf den Oppositionsbänken stehen die Konservativen in den Meinungsumfragen vor Labour. Das erklären politische Beobachter zwar vor allem mit dem Popularitätsverlust von Tony Blair, aber eben nicht nur: Auch der politische Stil von David Cameron habe dazu beigetragen. Der 39-jährige gibt sich ein ausgesprochen modernes Image, nicht zuletzt durch seinen Auftritt im Internet – als “webcameron”: Da sieht man ihn zu Hause, in der Küche, wo er für die Kinder das Frühstück zusammenstellt – und zugleich über Politik spricht.

Doch wenn Cameron von der Verjüngung seiner Partei spricht, von ihrer Erneuerung, und von der Bedeutung des Wandels für sein Land, dann finden manche Kritiker kaum noch Unterschiede zwischen den Parteien, was auch die Satiriker auf den Plan ruft. Anhänger der kleinen EU-feindlichen Independence-Party stellten eine Art Cameron-Blair-Duett ins Internet, unter einer ganz ähnlichen Adresse wie “webcameron”.