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Flugzeugentführung gewaltlos beendet

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Flugzeugentführung gewaltlos beendet

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Die Entführung eines türkischen Flugzeugs nach Italien ist unblutig zu Ende gegangen. Alle 107 Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder verließen die Maschine wohlbehalten. Der offenbar unbewaffnete Entführer ergab sich den Behörden. Der 28-jährige Türke ist ein Kriegsdienstverweigerer. Er war zum Christentum übergetreten und wollte nicht in einer moslemischen Armee dienen.

Offenbar hatte er schon im August in einem Brief den Papst um Hilfe gebeten. Auch jetzt wolle er gegenüber dem Papst eine Erklärung abgeben, sagte ein Untersuchungsrichter. Einen Brief habe er aber nicht dabei. Er könne seine Erklärung in Gegenwart seines Anwalts abgeben; sie werde dann aufgeschrieben.

Das Flugzeug war auf dem Weg von Albanien, wohin sich der Entführer schon im Mai abgesetzt hatte, in die Türkei. Der Mann zwang die Piloten dann, nach Italien abzudrehen. Kampfflugzeuge begleiteten die Maschine nach Brindisi im Südosten des Landes.

Nach Angaben türkischer Behörden wäre der Entführer bei der Rückkehr als Fahnenflüchtiger verhaftet worden. Der Mann will jetzt in Italien politisches Asyl beantragen; in Albanien war er damit gescheitert. Die Passagiere der Maschine sollen vermutlich schon bald von Brindisi wie geplant nach Istanbul fliegen können.