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Krise zwischen Russland und Georgien: Moskau lässt georgische Einrichtungen durchsuchen

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Krise zwischen Russland und Georgien: Moskau lässt georgische Einrichtungen durchsuchen

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Keine Entspannung im Spionage-Konflikt zwischen Russland und Georgien. Die russischen Behörden haben mehrere von Georgiern betriebene Einrichtungen in Moskau durchsuchen lassen. Ein georgisches Casino in der russischen Hauptstadt wurde geschlossen. Außerdem beschlagnahmten die Sicherheitskräfte Hunderttausende Flaschen georgischen Weins. Auslöser für die gegenwärtige Verschärfung im ohnehin gespannten Verhältnis der beiden Staaten war die Festnahme mehrerer russischer Offiziere in Tiflis unter Spionageverdacht. Auf internationale Vermittlung wurden die Verdächtigen am Montag nach Russland abgeschoben.

Der russische Präsident Wladimir Putin übte scharfe Kritik an der Regierung in Tiflis. Bei einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden der Staatsduma sagte er, er würde niemandem raten, mit Russland in der Sprache von Provokationen und Erpressungen zu sprechen. Dies sage er mit Blick auf Georgien. Russland hat die Kaukasusrepublik schon seit längerem im Blick: Denn Georgien will die von Russland protegierten abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien zurück in den georgischen Staatenverbund zwingen und strebt außerdem einen NATO-Beitritt an.

Am Dienstag hatte die Regierung in Moskau sämtliche Verkehrs- und Postverbindungen nach Georgien gestoppt. Auf den Flughäfen warten zahlreiche russische Passagiere nun vergeblich auf eine Möglichkeit, nach Hause zu kommen. “Ich bin Russin”, erzählt eine Frau, “und ich kam nach Georgien, weil mein Vater Geburtstag hatte. Jetzt kann ich nicht mehr zurück. Ich habe ein Rückflugticket, aber es nützt mir nichts und die Fluggesellschaft nimmt es nicht zurück. Und ich habe nicht genug Geld, um ein neues Ticket zu kaufen.” Die georgische Regierung verlangte von Russland unterdessen, die militärischen Übungen in der Nähe der Seegrenze einzustellen – eine Forderung, mit der die Spannungen weiter verschärft werden.