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Sex-Skandal um US-Abgeordneten

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Im Sex-Skandal um den zurückgetretenen amerikanischen Kongressabgeordneten Mark Foley steht der Sprecher des Repräsentantenhauses unter zunehmendem Druck. Angeblich war er frühzeitig darüber informiert worden, dass der republikanische Abgeordnete minderjährige Praktikanten belästigt hatte. Sein früherer Mitarbeiter Kirk Fordham erklärte, er habe die Spitze des Repräsentantenhauses schon vor drei Jahren über Foleys Verhalten gegenüber Praktikanten informiert.

Doch der Sprecher der Kammer, der Republikaner Dennis Hastert, gab an, er sei erst im vergangenen Herbst informiert worden – von den Eltern eines Praktikanten, und die Vorwürfen gegen Foley seien zunächst sehr vage gewesen. Der republikanische Abgeordnete Tom Reynolds erklärte, er habe im vergangenen Frühjahr davon erfahren – und sich sofort mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses in Verbindung gesetzt. Die E-Mails seines ehemaligen Fraktionskollegen an jugendliche Praktikanten seien furchtbar und völlig unzumutbar.

Der ex-Abgeordnete entschuldigte sich gegenüber der Öffentlichkeit. Sein Anwalt teilte mit, Foley sei in seiner Jugend Opfer von Missbrauch gewesen, er habe sich nun in eine Alkoholismus-Klinik begeben. Präsident George W. Bush, der sich über Foleys Verhalten entsetzt äußerte, kommt der Skandal kurz vor den Kongresswahlen äußert Ungelegen, zumal nun mit dem Sprecher des
Repräsentantenhauses ein weiterer Parteifreund in der Kritik steht. Auch konservative Kreise forderten inzwischen Hasterts Rücktritt.