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Sozialisten überflügeln Rechtsextreme bei Kommunalwahl in Antwerpen

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Sozialisten überflügeln Rechtsextreme bei Kommunalwahl in Antwerpen

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Die Sozialisten haben bei den belgischen Kommunalwahlen der ausländerfeindlichen Partei Vlaams Belang in deren Hochburg den Rang abgelaufen. Um Bürgermeister Patrick Janssens legten sie in Belgiens zweitgrößter Stadt Antwerpen
um mehr als 15 Punkte zu und wurden mit 35,3 Prozent stärkste Partei.

Ungeachtet dieses Erfolgs holte die rechtsextreme Partei – wie vor sechs Jahren – fast unverändert 33,5 Prozent und ist nun zweitstärkste Kraft. In Antwerpen stimmte jeder Dritte für die offen ausländerfeindliche Partei, die zudem Flandern – die reichere Landeshäflte – von Belgien abspalten will.

Im frankophonen Wallonien büßten die Sozialisten vor allem in jenen Hochburgen ein, wo sie in Affären um Vetternwirtschaft verwickelt waren. Stattdessen fassen dort in vielen Städten die Rechtsextremen immer mehr Fuss. Sie haben sich auch in 9 von 19 Gemeinderäten der Hauptstadtregion Brüssel eingenistet.

Seine Niederlage in Antwerpen erklärt der bekannteste Politiker der Vlaams Belang, Filip Dewinter, damit, dass erstmals auch den Einwanderern ein Wahlrecht eingeräumt wurde. Die Zehntausende von Immigranten in Antwerpen hätten links gewählt und nicht für den Vlaams Belang, das sei ganz klar, so der rechtextreme Politiker.

Die belgische Bevölkerung reagierte dagegen erleichtert auf das Ergebnis der Kommunalwahlen vom Sonntag – auch wenn es in vielen Städten und Gemeinden einen Rechtsrucks gab.

Grösster Verlierer waren die Liberalen unter Ministerpräsident Guy Verhofstadt, die in Flandern herbe Verluste hinnehmen mussten.

Die Kommunalwahl galt als Stimmungstest für die Parlamentswahl im nächsten Jahr.