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Türkei droht Frankreich wegen Armenier-Gesetz

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Türkei droht Frankreich wegen Armenier-Gesetz

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Der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen Frankreich und der Türkei um den Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern droht zu eskalieren. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte Frankreich zur Rücknahme eines Gesetzentwurfes auf, mit dem die Leugnung eines Völkermords an den Armeniern vor 90 Jahren unter Strafe gestellt werden soll.

Die Regierung in Ankara ist fest zur Gegenwehr entschlossen und forderte die europäische Union auf, sich gegen den französischen Gesetzesvorschlag auszusprechen. Er beschneide die Meinungsfreiheit und sei ein Versuch, noch mehr Sand in das Getriebe der ohnehin stockenden Verhandlungen über einen türkischen EU-Beitritt zu streuen, erklärte ein Regierungssprecher.

Bei einer Grosskundgebung der türkischen Arbeiterpartei in Istanbul ging am Sonntag auch die Bevölkerung gegen den Gesetzesentwurf auf die Strasse, über den in zwei Tagen in der französischen Nationalversammlung beraten werden soll. Im Falle einer Verabschiedung des Gesetzes drohte die türkische Regierung Frankreich mit Wirtschafts-Sanktionen.

Die Türkei gibt zu, dass es während der Massenvertreibung der Armenier Tote gab, bestreitet jedoch, dass es sich um einen geplanten Massenmord gehandelt habe. Regierungschef Erdogan erneuerte hingegen den Vorschlag, die Vorgänge im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit Armenien von Historikern untersuchen zu lassen.