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Aufregung in Fernost nach möglichem zweiten Atomtest Nordkoreas

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Aufregung in Fernost nach möglichem zweiten Atomtest Nordkoreas

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Die Spekulationen über einen möglichen zweiten Atomwaffentest Nordkoreas haben vor allem in Südkorea für Unruhe gesorgt. Hunderte Menschen protestierten in der Hauptstadt Seoul gegen die Atompolitik des nördlichen Nachbarn. Ein japanischer Sender hatte von Erschütterungen berichtet, die auf einen zweiten Test hindeuten könnten. Das südkoreanische Präsidentenbüro allerdings dementierte dies. Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit einem heftigen Erdbeben, das vor der japanischen Küste registriert wurde. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Beobachter werten die nunmehrige Aufregung als Zeichen der Unsicherheit in der Region: Am Montag hatte die nordkoreanische Regierung den ersten, unterirdischen Atomwaffentest bekannt gegeben. Zudem hieß es aus Pjönjang, eventuelle UN-Sanktionen werde man als Kriegserklärung werten. Südkorea wiederum forderte eine eindeutige Stellungnahme der Internationalen Gemeinschaft an die Adresse Nordkoreas. Die Beratungen im Weltsicherheitsrat über ein Waffenembargo und Wirtschaftsanktionen gegen Pjöngjang verliefen bislang ergebnislos – sie werden heute fortgesetzt. Der japanische UN-Botschafter Kenzo Oshima sprach von unterschiedlichen Meinungen und betonte, man brauche noch etwas Zeit.

In Japan bestehen mittlerweile sogar Zweifel am ersten nordkoreanischen Atomtest. Man habe keine Radioaktivität feststellen können, hieß es aus dem Außenministerium; daher sei es möglich, dass die Angaben aus Pjönjang nicht der Wahrheit entsprächen.