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Endlich Frieden für Nordirland?

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Endlich Frieden für Nordirland?

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Für die Politiker in Nordirland ist die Lage brisanter denn je. Sie stehen unter Druck, innerhalb von drei Tagen eine Lösung zu finden.Die britische Premierminister Tony Blair hat die Nordirlandgespräche als so wörtlich “einmalige Gelegenheit” bezeichnet, um endlich Frieden in Nordirland zu schaffen.

1998 war es zum historischen Karfreitagsabkommen gekommen. Es legte einerseits fest, dass die Republik Irland den Anspruch auf die sechs Countys Nordirlands aus der Verfassung streicht, andererseits wurde die Selbstverwaltung Nordirlands durch ein eigenes Parlament in Belfast beschlossen.Kaum vier Monate später: Das Massaker in der nordirischen Kleinstadt Omagh, bei dem am 15. August mindestens 28 Menschen durch eine Autobombe der IRA getötet wurden.

2002 wurde die mit Katholiken und Protestanten besetzte Selbstverwaltung in Belfast aufgelöst. Der IRA war vorgeworfen worden, spioniert zu haben. Der Konflikt um die gegenseitige Anerkennung ging weiter. Im Juli 2005 schwor die IRA der Gewalt ab.

Paramilitärische Strukturen wie das Hauptquartier sollten aufgelöst und Anwerbungen gestoppt werden. Doch die Gewalt geht auf anderer Ebene weiter. In einer Bar wurde Robert McCartney von IRA-Männern niedergestochen. McCartneys Schwestern prangerten die katholisch-nationalistische Untergrundorganisation an. Der Mord an dem zweifachen Familienvater McCartney schockierte die Öffentlichkeit.

Erst Mitte Mai 2006 war das Parlament in Belfast zu seiner ersten Sitzung seit vier Jahren zusammengekommen. Doch die Regierungsbildung scheiterte, weil der protestantische Hardliner Ian Paisley sich weigerte, den Posten des Regierungschefs anzunehmen. Der Grund: Er hätte einen Vertreter von Sinn Fein als Stellvertreter akzeptieren müssen. Ständiger Streitpunkt der Regierungsbildung in den vergangenen Jahren war und ist die Entwaffnung und letztlich die Auflösung der Untergrundorganisation IRA.