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Studie errechnet 650 000 Kriegstote im Irak

Drei Jahre Krieg im Irak – 650 000 Tote: Diese Gleichung stammt aus einer neuen Studie, die jetzt von einer der angesehensten Medizinzeitschriften, dem “Lancet”, veröffentlicht wurde. Die Forscher befragten knapp zweitausend irakische Familien nach Todesfällen. Das Ergebnis rechneten sie hoch und kamen innerhalb einer größeren Bandbreite auf einen Mittelwert von 650 000 Kriegstoten: überwiegend durch direkte Gewalt, aber auch durch Krankheiten. Die Sterberate im Irak hätte sich damit verdoppelt.

Die USA bezweifeln diese Zahl: Der Irakkommandeur General George Casey sagt, sie übertreffe bei weitem alles, was er gesehen habe. Er kenne keine Zahl über fünfzigtausend. Damit sei das für ihn nicht glaubwürdig. Damit teilt er die Meinung seines Präsidenten, der zuletzt von dreißigtausend Toten ausging, einem Bruchteil also. Vierzigtausend nennt Iraks Regierung.

Die Forscher betonen aber ihre Unabhängigkeit und verteidigen ihre Untersuchungsmethoden, wie Gilbert Burnham von der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität: Es seien bewährte Methoden, nichts habe man neu erfunden; viele dieser Methoden seien früher entwickelt worden mit großer Unterstützung durch die amerikanische Regierung.

Burnham bestreitet, dass die Studie aus politischen Gründen gerade jetzt veröffentlicht worden sei, kurz vor den Kongresswahlen in den USA. Der Krieg im Irak gehört in diesem Wahlkampf zu den umstrittensten Themen.

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