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Türkei reagiert empört auf französischen Gesetzesentwurf zum Massenmord an Armeniern

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Türkei reagiert empört auf französischen Gesetzesentwurf zum Massenmord an Armeniern

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Der französische Gesetzesentwurf zum Völkermord an den Armeniern hat für Aufregung in der Türkei gesorgt. Tausende Menschen in Ankara demonstrierten gegen das Vorhaben Frankreichs, die Leugnung des Genozids unter Strafe zu stellen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderte die sofortige Rücknahme des Entwurfs. Paris negiere den Grundwert der Meinungsfreiheit, so Erdogan; stattdessen solle sich Frankreich lieber kritisch mit seiner eigenen Kolonialgeschichte auseinandersetzen. Die Türkei gibt zwar zu, dass es während der Massenvertreibung der Armenier im Ersten Weltkrieg Tote gab, bestreitet jedoch, dass es sich um einen geplanten Massenmord gehandelt habe.

So sorgte die Einweihung eines Denkmals in Lyon für die rund 1,5 Millionen Opfer im Frühjahr 2005 für Aufregung in der türkischen Gemeinde. Tausende Türken marschierten aus Protest gegen das Mahnmal durch die Straßen der französischen Stadt. Auch auf das Verhältnis zwischen der Türkei und der EU könnte sich das französische Gesetzesvorhaben negativ auswirken. Denn immer mehr EU-Staaten fordern die Anerkennung des Genozids durch die Türkei als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.