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Britischer Armee-Chef relativiert Kritik an Irak-Politik der Regierung

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Britischer Armee-Chef relativiert Kritik an Irak-Politik der Regierung

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Ein Interview des neuen britischen Generalstabschefs Sir Richard Dannatt zur Situation im Irak sorgt in Großbritannien für Aufregung. Dannatt bezeichnet darin die Irak-Politik der britischen Regierung als “naiv” und spricht sich für einen baldigen Abzug der Truppen aus – denn deren Anwesenheit würde die Lage nur verschlimmern.

Die Tageszeitung Daily Mail hatte das Interview auf ihrer Webseite veröffentlicht. Ein Regierungssprecher in London sagte dazu, die Präsenz der britischen Soldaten entspreche dem ausdrücklichen Wunsch der irakischen Regierung. Dannatt selbst relativierte seine Aussagen. Es sei großes Aufhebens um einzelne Passagen aus einem weit längeren Gespräch gemacht worden, sagte er, man habe diese als Auseinandersetzung zwischen der Regierung und der Armee, zwischen dem Armeechef und dem Premierminister interpretiert – aber, so Dannatt wörtlich: “ich habe das niemals beabsichtigt und ich sehe es auch nicht so”.

Britische Kriegsgegner begrüssten hingegen die Aussagen des Armeechefs. Eine Organisation lud Dannatt bereits ein, bei der nächsten Demonstration gegen den Irak-Einsatz als Redner aufzutreten. Derzeit sind rund 7000 britische Soldaten im Irak stationiert, die meisten von ihnen in der südirakischen Stadt Basra. Seit der Invasion im März 2003 sind die Briten der wichtigste ausländische Verbündete der USA im Irak.