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Japan sperrt nach Atomtest Häfen für Nordkorea

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Japan sperrt nach Atomtest Häfen für Nordkorea

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Japan hat alle Importe aus Nordkorea gestoppt, um gegen das Atomwaffenprogramm zu protestieren. Außerdem dürfen nordkoreanische Schiffe keine japanischen Häfen mehr anlaufen. Schiffe, die bereits in japanischen Häfen festgemacht haben, sollen zum Auslaufen aufgefordert werden.

Tokio reagierte damit auf die Behauptung der Führung in Pjöngjang, einen ersten Atomtest durchgeführt zu haben. Weitere Sanktionen seien möglich, hieß es in Tokio. Ein Einreiseverbot für nordkoreanische Staatsbürger gilt bereits. Der Anfang der Woche von Nordkorea gemeldete Atomversuch hat heftige diplomatische Aktivitäten in der Region und bei den Vereinten Nationen ausgelöst.

In Peking haben auf höchster Ebene Beratungen zwischen Südkorea und China begonnen. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun trifft den chinesischen Staats- und Parteichef Hu Jintao. Die USA wollen noch heute im Weltsicherheitsrat in New York Strafmaßnahmen gegen Nordkorea durchsetzen. Dem Rat liegt dazu ein überarbeiteter Resolutionsentwurf der Amerikaner vor, der sich offenbar nach wie vor auf Kapitel VII der Uno-Charta beruft – Kapitel VII erlaubt auch den militärischen Einsatz, der aber vom Sicherheitsrat extra genehmigt werden müsste. Die Vorschläge: – ein Waffenemargo – das Einfrieren nordkoreanischer Gelder, die mit Waffen- und Raketenprogrammen zu tun haben – ein Reiseverbot für damit befaßte Politiker, Beamte und Experten.

Der UNO-Botschafter Chinas Wang Guangya sagte dazu, alle Ratsmitglieder hätten gemeinsame Ziele. Aber es gebe verschiedene Meinungen, was am besten zum Ziel führe, vor allem in Hinsicht auf mehr Raum für Diplomatie. China, das nach wie vor gute Kontakte zum Regime im Nachbarland pflegt, hatte den unterirdischen Atomtest ebenso wie Südkorea scharf verurteilt. Beide Länder haben sich aber klar gegen militärische Sanktionen ausgesprochen. Auch der russische Vertreter bei den Vereinten Nationen hatte vor zu scharfen Reaktionen gewarnt.

Unterdessen wurden erneut Zweifel an dem Test laut. Südkorea hat seither “keinen ungewöhnlichen Anstieg der Radioaktivität festgestellt”. Deshalb könne die Richtigkeit der nordkoreanischen Angaben über den Erfolg einer unterirdischen Testexplosion bislang nicht bestätigt werden, teilte das Wissenschaftsministerium mit. Es sei allerdings möglich, dass wegen der Windverhältnisse keine radioaktiven Substanzen in der Luft entdeckt werden konnten. Die Analyse von Regen- und Grundwasserproben liege noch nicht vor.