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Sicherheitsrat uneinig über Nordkorea-Resolution

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Sicherheitsrat uneinig über Nordkorea-Resolution

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So schnell, wie es sich vor allem die USA gewünscht haben, geht es nun doch nicht im UNO-Sicherheitsrat, in Sachen Nordkorea und Atomtest. Auch ein neuer, entschärfter Resolutionsentwurf der USA findet noch nicht die Zustimmung Chinas und Russlands. Die beiden Vetomächte wollen erst weitere Verhandlungen in Asien und in Moskau am Wochenende abwarten und fordern mehr Zeit.

Trotzdem hofft der amerikanische Botschafter bei der UNO immer noch, dass es zum Ende der Woche eine Abstimmung geben könnte. Er habe sich mit Chinas UNO-Botschafter getroffen, sagt John Bolton, und man sei in einem guten Gespräch noch einmal die ganze Resolution durchgegangen.

Sein Gesprächspartner klingt weniger optimistisch. Alle Ratsmitglieder hätten gemeinsame Ziele, sagt Wang Guangya: eine starke, deutliche Botschaft. Aber es gebe verschiedene Meinungen, welcher Resolutionstext am besten zum Ziel führe, vor allem in Hinsicht auf mehr Raum für Diplomatie.

Diese verschiedenen Meinungen drehen sich vor allem um das so genannte Kapitel 7 der UNO-Charta. Dieses Kapitel sieht auch die Möglichkeit militärischer Schritte vor, die dann aber noch einmal extra beschlossen werden müssten. China besteht aber darauf, dass militärische Gewalt von vornherein ausgeschlossen wird.

Auch Russland sieht in dem jetzigen Entwurf eine sehr scharfe Reaktion. Von anderen Fällen wisse man, dass scharfe Reaktionen die Lage noch verschlechtert hätten, sagt der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin; das wolle man nicht wiederholen.

Nordkorea hatte am Montag mitgeteilt, es habe seinen ersten Kernwaffenversuch durchgeführt. Daran gibt es aber nach wie vor erhebliche Zweifel. Zwar haben viele Länder zu der fraglichen Zeit eine Erderschütterung gemessen, aber keines der Nachbarländer hat in der Luft bisher radioaktive Strahlung festgestellt.