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Israels Staatspräsident wegen Sexskandal immer stärker unter Druck

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Israels Staatspräsident wegen Sexskandal immer stärker unter Druck

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Der israelische Staatspräsident Mosche Katzav gerät immer stärker unter Druck: Nachdem die Polizei eine Anklage wegen Vergewaltigung und anderer Vergehen empfohlen hatte, forderten mehrere Parlamentsabgeordnete Katzav zum Rücktritt auf.
Zwei ehemalige weibliche Angestellte hatten Katzav vorgeworfen, er habe sie mit Drohungen sexuell gefügig gemacht. Danach hatten weitere Frauen ähnliche Vorwürfe erhoben.

Katzavs Anwalt sagte, der Präsident wolle zurücktreten, sollte die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift einreichen. Eine Entscheidung der Behörde wird innerhalb eines Monats erwartet. Der Präsident sagte unterdessen seine Teilnahme an einer wichtigen Parlamentssitzung ab. Die Knesset-Abgeordnete Kolet Avital begrüßte diesen Schritt: Katzav habe sich und dem Parlament damit eine unangenehme Situation erspart, sagte die Abgeordnete. Der Präsident sollte nun sein Amt bis auf weiteres niederlegen.

Katzav hat wiederholt seine Unschuld beteuert und sich als Opfer eines Erpressungsversuchs bezeichnet.
Nach israelischen Medienberichten kamen bei den Ermittlungen möglicherweise auch illegale Abhörtätigkeiten ans Licht. Polizisten hatten im August die Residenz des Präsidenten in Jerusalem durchsucht und dort Computer und Dokumente beschlagnahmt.