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Portugiesisches Parlament stimmt über Abtreibungs-Referendum ab

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Portugiesisches Parlament stimmt über Abtreibungs-Referendum ab

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Das portugiesische Parlament entscheidet an diesem Donnerstag über ein neues Referendum über die Legalisierung der Abtreibung in den ersten zehn Schwangerschaftswochen. Die Portugiesen hatten sich im Jahr 1998 mit einer knappen Mehrheit von 50,7 Prozent dagegen ausgesprochen – allerdings gaben seinerzeit lediglich 32 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Jetzt brachte der neue sozialistische Ministerpräsident Jose Socrates die Initiative für ein erneutes Referendum auf den Weg. Es soll im kommenden Januar stattfinden. Socrates geht es nach eigener Aussage nicht um eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts, sondern darum, einen Ausgleich zwischen persönlicher Überzeugung und Freiheit zu schaffen. Die Sozialisten verfügen im Parlament über eine Mehrheit. In Portugal wird eine Abtreibung mit Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren bestraft. Die Dunkelziffer liegt nach Angaben der Behörden bei zwischen 20- und 40.000 jährlich. Bislang ist eine Abtreibung in Portugal nur möglich, wenn Gefahr für das Leben der Mutter besteht, eine Missbildung des Fötus vorliegt oder nach Vergewaltigungen.