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Irak will weiterhin ausländische Truppen

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Irak will weiterhin ausländische Truppen

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Ausländische Truppen im Irak werden noch einige Zeit nötig sein. Das sagte Vize-Ministerpräsident Barham Saleh bei einem Besuch in London, wo er unter anderem den britischen Premierminister Tony Blair und Außenministerin Margaret Beckett traf.

Saleh versprach aber, dass sieben bis acht der achtzehn irakischen Provinzen bis Ende des Jahres von eigenen Sicherheitskräften übernommen würden. Saleh warnte die westlichen Länder vor Pessimismus und “Defätismus” und zeigte sich besorgt über die derzeitigen Debatten über den Irakkrieg, vor allem in den USA und Großbritannien.

Dort befürworten sogar Regierungsmitglieder einen Abzug britischer Truppen aus dem Irak innerhalb eines Jahres. Auch Großbritanniens höchster General hat den Einsatz ungewöhnlich scharf kritisiert und ein schnelles Ende gefordert. Im Irak sind etwa siebentausend britische Soldaten stationiert, vor allem im Süden des Landes um die zweitgrößte Stadt Basra.

Seine Regierung meine es ernst mit der Übernahme von Verantwortung, sagte Saleh nach dem Gespräch mit Blair. Er wisse aber auch, dass man Fortschritte brauche, sowohl für sein eigenes Volk als auch für die Weltgemeinschaft.

Solche Fortschritte scheinen weit entfernt: Der Oktober ist schon jetzt einer der blutigsten Monate im ganzen Irakkrieg. Selbst jetzt, zum höchsten moslemischen Fest, dem Ende des Fastenmonats Ramadan, nimmt die Gewalt kein Ende.

In Bagdad starben mehrere Menschen bei einem Selbstmordanschlag auf einer belebten Geschäftsstraße. In der Nähe der Hauptstadt, bei Bakuba, wurde ein Buskonvoi mit Polizeischülern überfallen. Mindestens dreizehn von ihnen wurden bei dem Überfall getötet, viele weitere offenbar entführt.