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Ungarn gedenkt des Aufstands von 1956

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Ungarn gedenkt des Aufstands von 1956

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Die offiziellen Feierlichkeiten zum Aufstand von vor 50 Jahren sind in Ungarn den ganzen Tag über weiter gegangen. Viele ausländische Staats- und Regierungschefs sind nach Budapest gereist, darunter der deutsche Bundespräsident Horst Köhler, ebenso wie sein österreichischer Amtskollege Heinz Fischer, und Bundespräsident Moritz Leuenberger aus der Schweiz. Der ungarische Präsident Laszlo Solyom sowie Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany legten weiße Rosen am Monument am Kossuthplatz nieder, um der Menschen zu gedenken, die ihr Leben verloren, als der Aufstand von den russischen Truppen niedergeschlagen wurde. Auch die ausländischen Gäste legten Blumen nieder.
In einer Rede im Parlament erinnerte

Ministerpräsident Gyurcsany an den hohen Wert der Freiheit. Die rechte Opposition war der Rede Gyurcsanys demonstrativ ferngeblieben.Auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gehörte zu den Festrednern. Ganz Europa müsse den Helden von 1956 dankbar sein, sagte Barroso.

Der ungarische Volksaufstand hatte am 23. Oktober 1956 als zunächst friedliche Großdemonstration von Studenten begonnen, auf der mehr Demokratie und ein Ende der stalinistischen Tyrannei gefordert
wurden. Am selben Abend fielen vor dem Budapester Funkhaus die ersten Schüsse. Bis Anfang November kamen bei dem Aufstand weit über 2000 Ungarn ums Leben. Die Sowjets, die nach anfänglichem Zögern mit militärischer Gewalt reagierten, gaben ihre Verluste mit rund 700

Mann an. Etwa 180 000 Ungarn flüchteten aus ihrem Land und fanden in westlichen Ländern Aufnahme. Das Regime des von den Sowjets eingesetzten Kommunisten Janos
Kadar übte eine harte Vergeltungsjustiz. 230 Menschen wurden hingerichtet, über 20 000 zu Gefängnisstrafen verurteilt, über 13 000
interniert. Später lockerte Kadar die Zügel und etablierte bis zu seiner Absetzung 1988 das relativ freizügigste Regime im sowjetischen
Machtbereich.