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Wähler-Apathie und Nationalismus vor EU-Beitritt in Bulgarien

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Wähler-Apathie und Nationalismus vor EU-Beitritt in Bulgarien

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Bulgariens Präsident Georgi Parwanow steht als
erstes Staatsoberhaupt des Balkanlandes nach dem Sturz des Kommunismus vor seiner Wiederwahl. Der 49-jährige Sozialist gewann den ersten Durchgang mit über 64 Prozent der Stimmen. Aufgrund der geringen Wahlbeteilung muss er sich aber in einer Woche einer Stichwahl gegen den Rechtspopulisten Wolen Siderow stellen. Der Chef der extrem nationalistischen Partei Ataka kam auf 21,5 Prozent der Stimmen. Auf dem dritten Platz landete abgeschlagen der Kandidat des bürgerlichen Lagers, Nedeltscho Beronow, mit 9,7 Prozent der Stimmen.

“Diese Ergebnisse waren zu erwarten”, erklärte eine Bulgarin. “Es gab nicht viel Auswahl. Georgi Parvanow war die einzige Alternative”.

Ein bulgarischer Staatsbürger ist der Überzeugung, die Leute wollten nicht wählen, weil sie das Interesse an den Politikern an der Macht verloren hätten.

Und einer anderen Frau war von vornherein klar, dass ohne einen weiteren Kandidaten im rechten Lager Parwanov gewinnen würde.

Da viele Bulgaren von der Politik und ihren eigenen
Lebensverhältnissen enttäuscht sind, fiel die Wahlbeteiligung auf einen neuen Tiefstand von 42,5 Prozent.

Parwanow hatte sich in seinem Programm für “eine europäische Zukunft” des Balkanlandes eingesetzt.

Für den Fall eines Siegs von Siderow befürchten viele Bulgaren einen Imageverlust kurz vor dem EU-Beitritt. Siderow hatte mit ausländerfeindlichen Parolen geworben. Er steht nicht nur der EU kritisch gegenüber, sondern plädiert zudem für den NATO-Austritt Bulgariens.