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Wahlkampf und Grenzsicherung in den USA

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Wahlkampf und Grenzsicherung in den USA

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Jahr für Jahr versuchen um die 1,2 Millionen illegale Einwanderer an der Südgrenze der USA ihr Glück. Es werden einfach nicht weniger, trotz verschärfter Grenzsicherung. Die Illegalen aus Lateinamerika haben sich bisher weder von der gewachsenen Gefahr gefaßt und zurückgeschickt zu werden noch von den vielen Todesfällen beim Marsch durch die Wüste abschrecken lassen.

Nun aber ist diese Grenze Teil des großen Programms zur “Stärkung der nationalen Sicherheit” geworden. Von Tijuana am Pazifik bis Brownsville am Golf von Mexiko soll dicht gemacht werden. 1.120 der gut 3.000 Grenzkilometer werden so befestigt, dass einem Erinnerungen an die innerdeutsche Grenze kommen. Finanziert wird diese High-tech-Grenze aus dem großen Budget für “innere Sicherheit”. Von den umgerechnet insgesamt 27 Millarden Eurosind 950 Millionen für die Grenze bestimmt.

Alles was die moderne Technik zu bieten hat soll aufgeboten werden, um den Armen aus dem Süden den Zutritt zum “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” zu verwehren. Auf die Interessen von Farmern oder auf die Land-Rechte von Indianerstämmen, gar auf die Natur, kann dabei keine Rücksicht genommen werden. Alle einschlägigen Proteste haben nichts gebracht.

Dabei gibt es sogar in höheren Kreisen der Politik Widerspruch gegen das “Grenze-dicht”-Projekt. Der demokratische Kongreßabgeordnete von Arizona dessen Vater 1945 auch als Illegaler ins Land kam, meint, die ganze Aufrüstung werde die Menschen nur auf noch gefährlichere Pfade zwingen, wo noch mehr der Verzweifelten sterben werden. Aber illegale Einwanderung ist in den USA nun mal eines der drei Top-Themen für die Kongreßwahlen… Damit kann man Stimmen gewinnen – oder verlieren.